Ev.-luth. Kirchenkreis Stolzenau-Loccum

 Hier erscheinen in unregelmäßigen Abständen die von den Pastorinnen und Pastoren unseres Kirchenkreises veröffentlichten Andachten in der Tageszeitung.

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Von Pastor Siegmund Kricheldorf, Steyerberg

 Asche auf mein Haupt

Heute begeht die katholische Kirche den Aschermittwoch. Die ausgelassene Zeit des Karnevals ist zu Ende. Die Fastenzeit, die Zeit, in der wir Christen der Passion Jesu Christi gedenken, beginnt. In den Kirchen aller Konfessionen werden die Paramente ausgetauscht, jene farbigen Tücher an den Altären, welche die jeweilige kirchliche Jahreszeit angeben. Von nun an hängt dort bis zum Karfreitag „Violett“, die Farbe der Bußzeiten.

Schon im Alten Testament ist die Asche ein Zeichen der Buße, ein Zeichen der Abkehr von bösen Gedanken, von bösen Taten. Von Hiob wird zum Beispiel erzählt, dass er sich in die Asche setzte, nachdem ihm sein Besitz genommen war, seine Kinder gestorben waren und sein ganzer Körper mit Geschwüren übersäht war, weil der Satan ihn mit Gottes Erlaubnis mit diesem Leid auf die Probe stellte. Hiob handelte so, um deutlich zu machen, dass er weiterhin auf das gute Tun Gottes vertraute. Auch der König von Ninive setzte sich in die Asche, nachdem der Prophet Jona ihm und seinem Volk das Strafgericht Gottes für ihren ausgesprochen schlechten Lebenswandel angekündigt hatte, und verkündete: „Ein jeder bekehre sich von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände.“ Und wirklich, Gott vergab ihnen.

Nun setzt sich heute niemand mehr in die Asche, um damit deutlich zu machen, dass er falsches Tun bereut. Aber in den Gottesdiensten der katholischen Kirche wird heute den Menschen mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Und so ist die Asche immer noch ein deutliches Zeichen der Reue, der Buße, das mit dem Kreuz als Zeichen des Segens, den Gott uns durch seinen Sohn Jesus Christus geschenkt hat, auf diesem Wege eine Verbindung eingeht.

Am Schnittpunkt zwischen ausgelassenem Treiben in der Karnevalszeit und den Wochen der Besinnung in der Passionszeit, macht uns der Aschermittwoch deutlich, dass wir als Christen jederzeit aufgefordert sind, uns unser Tun bewusst zu machen. Denn immer wieder handeln wir nicht so, wie man es von uns als Schwestern und Brüdern Jesu Christi eigentlich erwarten müsste. Denn am Gebot Jesu, Gott zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst, scheitern wir doch Tag für Tag. Wir haben also wirklich allen Grund uns „Asche auf’s Haupt“ zu streuen, wie der Volksmund sagt. Ja, Asche auf mein Haupt, denn ich bin nicht so, wie Gott mich haben will, und ich bitte ihn um Vergebung. Auf die darf ich vertrauen. Das zeigt mir das Kreuz Christi.

Ihr

Pastor Siegmund Kricheldorf

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