Ev.-luth. Kirchenkreis Stolzenau-Loccum

 Hier erscheinen in unregelmäßigen Abständen die von den Pastorinnen und Pastoren unseres Kirchenkreises veröffentlichten Andachten in der Tageszeitung.

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Von Pastor Gerhard Schlake, Steyerberg

 

Das Leben geht schon irgendwie weiter!?

 

Bei Wikipedia sind für den 6. September zwei Ereignisse notiert, die mich zum Nachdenken bringen:

Vor ca. 20 Jahren fand in London die Beisetzungszeremonie von Prinzessin Diana statt. Etwa 3 Millionen Menschen verfolgten das Ereignis in London und dazu kamen noch einmal geschätzte 2,5 Milliarden an den Fernsehgeräten weltweit. Bis dahin war es das weltweit größte Medienereignis.

Auch eine Trauerfeier am 6. September 1972 fand weltweit ein großes Medienecho. Sie fand im Münchener Olympiastadion statt und galt den 12 Todesopfern, die bei der palästinensischen Geiselna­me während der olympischen Spiele ums Leben kamen. Nach einem Tag Unterbrechung wurden die Spiele fortgesetzt: Nach dem Motto „The show must go on“ oder „Life goes on“, das Leben geht schon irgendwie weiter... Doch ist das so?

 Egal ob es eine Trauerfeier ist, die durch großen Medienrummel bekannt gemacht wird, oder ob sie im engsten Familienkreise in aller Stille stattfindet, immer geht es dabei um den endgültigen Abschied von einem geliebten Menschen, der nun durch den Tod von den zurückbleibenden Lebenden getrennt ist. Das Leben kann danach gar nicht mehr so weitergehen wie zuvor.

 Was bleibt denn dann? Sind es Erinnerungen und Gedanken an den Verstorbenen, die erst mit der Zeit langsam verblassen oder ist es doch eher die Angst oder eine Gewissheit, dass mit dem Tod eh alles aus ist. Doch können wir uns das vollständige Erlöschen  unserer Existenz, unseres Denkens, Fühlens und Bewusstseins vorstellen?

 Viele Menschen beruhigen sich daher mit einer Vorstellung von einem: „Es geht schon irgendwie weiter.“ Doch laufen auch alle Vorstellungen einer hinduistischen oder buddhistischen Seelenwanderung am Ende auf das Erlöschen der Existenz hinaus.

Christen glauben dagegen, dass mit der Auferstehung der Toten nicht die Existenz ausgelöscht wird. In der Nachfolge Jesu Christi werden wir wie hier auf der Erde auch in der Ewigkeit in Gottes Nähe sein. Jesus hat schon zu seinen Lebzeiten seine Nachfolger mit der Aussicht getröstet, dass eine himmlische Wohnung bereitet hat, in die er uns nach dem Tod aufnimmt. Die Hoffnungsbilder können meine Angst vor dem Tod mindern und sie wirken sich aus auf mein Leben im Diesseits. Damit muss mein Leben nicht irgendwie weitergehen, sondern ich darf zuversichtlich in die Zukunft blicken.

 Trauerfeiern können uns das vor Augen führen, egal ob sie medial aufbereitet werden oder im kleinsten Kreise stattfinden.

 Ihr

Pastor Gerhard Schlake, Steyerberg

  

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Hier können Sie noch einmal ältere Andachten nachlesen...