Ev.-luth. Kirchenkreis Stolzenau-Loccum

 Hier erscheinen in unregelmäßigen Abständen die von den Pastorinnen und Pastoren unseres Kirchenkreises veröffentlichten Andachten in der Tageszeitung.

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Von Pastorin Katharina Behrends, Essern und Lavelsloh

Das Fußballturnier

Am 08.06.2018 war es wieder soweit: der Konfi-Cup stand an. Die VorkonfirmandInnen hatten fleißig dafür trainiert, irgendwie entwickelten am Ende doch alle Ehrgeiz.

Denn spätestens, wenn die Mannschaften auf dem Feld stehen, will keiner mehr verlieren. Sie wollen die Trophäe. Auf einmal geht es um alles.

Das Ziel im Blick haben, das ist auch beim Glauben wichtig. Er wird ja in der Bibel oft genug als Wettkampf beschrieben. Paulus beschreibt das im 1. Korintherbrief so: „Denkt daran, dass alle wie in einem Wettrennen laufen...“. Christsein und Glaube als Wettrennen, als Wettkampf. Das bedeutet nicht einen Wettkampf des Überbietens, im Sinne von: Welche Heiligkeitsstufe hast du denn erreicht? Oder: Wie viele Gebote hältst du so am Tag? Nein, es geht nicht ums Ausstechen von anderen Gläubigen, auch wenn wir das leider so oft machen. Auch nicht um ein „Besser sein“ als andere Menschen, wie manche das meinen. Es geht um das Ziel – so wie es im Sport eben auch ist. Denn Paulus schreibt weiter: „Jeder Athlet übt strenge Selbstdisziplin. Er tut das allerdings, um einen Preis zu erringen, dessen Wert verblassen wird – wir aber tun es für einen ewigen Preis. So halte ich mir stets das Ziel vor Augen und laufe mit jedem Schritt darauf zu.“

Glauben, das heißt, uns auf das Ziel auszurichten und unser Leben entsprechend zu leben. Und das fällt nicht leicht. Wenn mir Menschen jeden Alters erzählen, dass sie für ihren Glauben belächelt werden, sogar beleidigt werden. Dass ganze Grillabende gesprengt werden, weil jemand das Thema Kirche anschneidet. Dann zeigt es genau das: Glauben ist hart. Dranbleiben kostet Kraft. Und es kann eben darauf hinauslaufen, dass andere uns nicht für voll nehmen, weil wir was mit Kirche und Glaube zu tun haben.

Paulus hatte damit auch seine Probleme. Er wird immer wieder kritisiert für die Art und Weise, wie er Dinge tut und sagt. Er wurde aus Städten geschmissen und mehrfach fast getötet. Und er hatte mindestens eine ihm wichtige Sache, für die er immer wieder gebetet hat, die Gott ihm aber nicht gegeben hat.

Trotzdem hat er es irgendwie geschafft, nicht den Mut zu verlieren. Er ist dran geblieben.

Weil das Ziel eben so unglaublich schön und erstrebenswert ist: die Ewigkeit. Unendliches Leben mit unserem liebenden Gott. Und das Gute ist ja: wir können das schon hier spüren. Glaube ist nicht etwas Jenseitiges, sondern es packt uns schon in diesem Leben. Gott wartet nicht erst an der Ziellinie, er läuft schon die ganze Zeit mit.

Ihre

Katharina Behrens, Pn.

 

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